Willem Mengelberg 28.3.1871- 22.3.1951
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Zuort

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1910 besuchte, fast zufälligerweise, ein Gast aus Vnà den Hof Zuort. Es war kein Geringerer als der damals weltberühmte Dirigent des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters, Professor Willem Mengelberg, ein gebürtiger Holländer, dessen Vater in Köln beim Ausbau des Domes als Bildhauer gewirkt hatte. Der in Utrecht (Niederlande) geborene junge Willem Mengelberg studierte Musik und führte dann als Dirigent das Amsterdamer Orchester zur Berühmtheit. Er zählte zu den berühmtesten Dirigenten seiner Zeit und verbrachte zu verschiedenen Malen seine Ferien in Vulpera und auch in Vnà.

Zuort, der stille und einsame Ort, soll ihm auf Anhieb so gefallen haben, dass er sich entschloss, ein Stück Land zu erwerben, um dort ein stattliches Ferienhaus im Chaletstil zu bauen, die "Chasa Mengelberg". Als 1920 Zuort feil wurde, erwarb er das ganze Bergheimwesen und setzte einen Bauern aus Sent, Clot Corradin, als Pächter ein. Dieser war auch am Bau der Kapelle beteiligt, die Mengelberg als Denkmal zur Erinnerung an die Bewahrung der Schweiz und Hollands im Ersten Weltkrieg errichten liess. Auf einer Gedenktafel beim Eingang zur Kapelle ist Folgendes zu lesen:

VOM NIEDERLÄNDISCHEN DIRIGENTEN
PROF. DR.
WILLEM MENGELBERG

*1871 +1951
WURDE DIESE KAPELLE IN DEN
JAHREN 1920-1924 ERBAUT
AUS DANKBARKEIT, DASS HOLLAND UND
DIE SCHWEIZ VOM WELTKRIEG 14 - 18
VERSCHONT GEBLIEBEN SIND.
Für die Ausgestaltung der Kapelle liess sich Mengelberg etwas kosten. Unter den Händen von begabten Künstlern entstanden die geschmückte Decke, die reich mit Schnitzwerk verzierten Wände, die Fensterumrandungen, die Türe, die Bänke und Stühle und der Hochaltar. Auf dem Dach liess er ein Glockenspiel mit 15 Glocken montieren.

1942: Weihe der Kapelle im Auftrage des Bischofs von Chur, Mgr. Christian Caminanda, durch Pater Eduard OFM Cap., Pfarrer von Scuol, geweiht der Gottesmutter Maria als "Marienkapelle".

Glockenspiel: oben Glocken auf dem Dach, unten Manual


geschnitzte Holzdecke

Tätig als Künstler in Zuort waren:
  • Johann Häfner von San Niclà (Tschlin); war auch beteiligt bei der Restaurierung von Schloss Tarasp
  • Joseph Furrer, Holzbildhauer und Kunstschreiner, Luzern
  • Eduard Renggli, Glasmaler in Luzern; besorgte sämtliche Bleiverglasungen in der Chasa, der Kapelle und im Hof (21 Wappenscheiben).
Pressemitteilung, Februar 2010

Stiftung Willem Mengelberg verkauft Grundbesitz Zuort an Dr. Peter R. Berry

Die Stiftung Willem Mengelberg, Sent, hat ihren gesamten Liegenschaftsbesitz auf Zuort an Herrn Dr. Peter R. Berry, St. Moritz, veräussert. Der Verkauf erfolgte in Absprache und mit Unterstützung der Gemeinden Sent und Ramosch. Mit dem Erlös wird sich die Stiftung vermehrt um das Andenken des Stifters und die Förderung junger Musikerinnen und Musiker widmen. Der Käufer und die Stiftung beabsichtigen in Zukunft auch gemeinsam kulturelle Projekte im Unterengadin durchzuführen. Der neue Eigentümer wird den historischen Hof Zuort und die Landwirtschaft als agro-touristischen Hybridbetrieb nachhaltig weiter betreiben. Ein Einbezug der Chasa Mengelberg aus dem Jahr 1910 sowie weiterer Nebengebäude in das Konzept, vorab im kulturellen und gastgeberischen Bereich, ist beabsichtigt.