Gian A. Albertini, Seite 1
Gian A. Albertini Seite 2
Lithografie 50/70 Lithografie 30/40
Druckgrafik und Zeichnung sind bei Albertini die Hauptausdrucksformen. Mit den extrem weichen Zimmermannsbleistift, der tiefschwarze Spuren hinterlässt, umreisst er menschenähnliche Körper: liegende, kauernde, zur Gruppe verknäuelte oder kopfüber ins Bild gesetzte Figuren, meist Torsi. Flächige Schraffuren setzen Zeichen für Bewegung und Kraft. Keilförmige Spitzen schiessen wie Energiebündel zwischen den Körpern hoch, drängen über den Blattrand hinaus, auf eine zweite, unbegrenzt scheinende räumliche Ebene der Bildfläche.
Die Druckgrafiken sind in der exklusiven Auflage von 1 (Monotypie und Monoxerotypie) bis maximal 12 (Lithografie und Xerotypie) Exemplaren gedruckt. Für diese Arbeiten beschränkt sich der Künstler auf die eine Farbe Schwarz. Erst nachträglich individuell und ganz aus der momentanen Eingebung heraus, werden die Blätter mit Kreide oder mit dem Pinsel überarbeitet: zarte, lasierte, manchmal ineinander fliessende Farbtöne. Ganz sparsam sind mit farbiger Kreide leuchtende Akzente gesetzt. Die Bildfläche dieser Blätter ist steht’s klar organisiert. Doch kann sich die vorgegebene Struktur nach oben in fliehende Bildteile auflösen. Man soll in diesen Arbeiten mit den Augen spazieren gehen - und entdeckt dabei immer wieder Akte, Tiere, Landschaftsfragmente, Pflanzenteile, Muster, Linien und Formen. Albertinis Grafiken erinnern an den Moment, in dem man aus einem Traum erwacht: Wie ein Film rasen die Bilder vorbei, beginnen zu drehen und zu tanzen, entschwinden bis auf wenige Bruchstücke, die man im bewussten Gedächtniss festhalten kann. Y.H.
Monotypie 60/80 Monoxerotypie 70/100